Die königlichen Gemahlinnen

Sethos I. übergab seinem Sohn bereits einen stattlichen Harem und als Ramses zum König gekrönt wurde, führten bereits drei Frauen den Namen "Große königliche Gemahlin": Seine Schwester Hentmire, Isisnofret und Nefertari. Von Hentmire, die wegen ihrer Abstammung den höchsten Rang eingenommen haben dürfte, sind keine Nachkommen bekannt. Vermutlich ist sie schon bald nach dem Regierungsantritt ihres Bruders verstorben. Die Herkunft von Isisnofret und Nefertari ist nicht bekannt. Die Umstände, unter denen sie zu Hauptgemahlinnen wurden, sind verborgen und es ist müßig, Spekulationen über die Gründe ihres Aufstiegs an zu stellen.

Ramses heiratete auch drei seiner Töchter und erhob sie zu "Großen königlichen Gemahlinnen". Die Auserwählten waren Bint-Anat, eine Tochter der Isisnofret, Meritamun und Nebet-taui, vierte und fünfte Tochter der Nefertari. Das der Vater die Tochter heiratet mag nach unseren Moralvorstellungen mehr als befremdlich erscheinen, doch war es wichtig, die Thronfolge und gleichzeitig die Reinheit des königlichen Blutes zu sichern, sowie die Legitimität des Thronerben durch entsprechende Zeremonien zu untermauern.

Ramses II. hatte keine Schwierigkeiten damit, die Erbfolge zu sichern. Seine Haremsdamen bei Laune zu halten, dürfte schon schwieriger gewesen sein. Im Verlauf seiner langen Regentschaft wurden offensichtlich einige Formalitäten im Harem gelockert, die hierarchischen Prinzipien waren nicht mehr von solch großer Bedeutung und die familiäre Situation bei Hofe entspannte sich.

Wenn ich hier "nur" innerhalb der Aufzählung Nefertari erwähne, tue ich ihr damit Unrecht, denn sie war nicht nur die absolute "Lieblingsgemahlin" des Herrschers, sondern ihr wurden auch Ehren zuteil, die sonst keine Große königliche Gemahlin erfahren hatte. Der ihr gewidmete Tempel in Abu Simbel und ihr Grab im Tal der Königinnen verdienen einfach ganz besonders erwähnt zu werden. Deshalb auch die besonderen Links.

Statue ohne Inschrift (1)

Oberkörper einer Statue ohne Inschriften.
Möglicherweise handelt es sich um Meritamun, Tochter der Nefertari und Königliche Gemahlin.
Entdeckt wurde das Kunstwerk im Ramesseum.
(Ägyptisches Museum Kairo)

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