Ägyptische Sprüche Teil 1

 

Mein Herz schwingt wie eine Bogensehne eines Schützen
Es summt wie eine Saite einer Leier:
Liebe, Liebe, gib mir sirrende Liebe,
Donnernde Liebe.

An den Enden des Universums ist eine blutrote Spur,
die das Leben mit dem Tode verbindet,
den Mann mit der Frau,
den Willen mit dem Schicksal.
Möge der Knoten dieser roten Schärpe mich
mit den Enden von Leben und Traum verbinden.
So wandle ich mit dem Himmel in der einen Hand
und der Erde in der anderen durch das Feuer des Lebens.


Ich bin eine Idee, in Fleisch gehüllt,
die aus dem Bauch des Himmels entsprang.
Wie ein Falke flieg' ich über das Bekannte hinaus
in das Reich des Unbekannten


Ich bin der Hüter dessen, was ich werde,
was war, was ist, was sein wird.
Ich bin ein Kind, erinnere mich meines Inneren,
stets sich wandelnd,
ewig wie der Tag,
aber auch dauerhaft wie die Nacht.
Kann man es klarer sagen: Leben und Tod sind eins.


Himmel und Erde verschworen sich dazu,
dass sie alles, was gewesen ist, vernichtet werde.
Nur die Tagträumer rufen die Schatten der Vergangenheit zurück
Und flechten Netze aus dem ungesponnenen Faden

Ich bin die Welt vor ihrer Äußerung.
Ich bin der Gedanke und das Verlangen.
Eine Idee, das Vorzeichen unmöglicher Träume.
Ich kenne kein Ende, denn ich habe keinen Anfang;
Denn ich bin die Möglichkeit.

Trete ein in mich und ich mache dich zu meinem Gott;
Zauberin und Gemahlin;
So tanze ich und ziehe den Himmel zu dir herab.
Im Bann des Feuers komme ich zu dir.
In der Nähe deines Körpers erwache ich zum Leben.
Ich nehme dich in meine Arme und koste den Geschmack deiner Lippen.
Verloren im eiskalten Feuer von Schönheit und Chaos.
Lieben heißt die Göttin Maat hervor zu rufen
und neue Götter zu erschaffen.

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